Ueber Uns

In den Yukon ausgewandert:       

Deutsches Paar bietet
Traumurlaub in der Southern
Lakes Region

Schon in Deutschland haben Sylke und Frank Baranski ihre Freizeit am liebsten in der Natur verbracht. Seit 1990 verbrachten beide ihre Urlaube in Kanada, speziell in der unberührten Natur des Yukon. 1998 erfüllte sich der Traum der Auswanderung, zunächst im Raum Vancouver. Von Anfang an haben Sylke und Frank im Tourismus gearbeitet und viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. In der Folge gründeten sie das Unternehmen Klondike Sun & Snow. Ungefähr 35 Kilometer südlich von Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territoriums, haben Sylke und Frank den idealen Platz gefunden, um „Country Living“ und den Komfort der nahe gelegenen Stadt zu verbinden. 360° Kanada sprach mit Frank über die Auswanderung, das Leben im Yukon und über ihr Unternehmen.

360°: Frank, Du bist mit Deiner Frau Sylke bereits 1998 nach Vancouver ausgewandert. Was hat Euch zu diesem Schritt bewogen, Deutschland zu verlassen und in Kanada ein neues Leben anzufangen?

Frank: Wir haben 1990 zum ersten Mal Kanada als Urlauber kennengelernt. Die Größe des Landes, die Freundlichkeit der Kanadier und die Naturgewalten haben uns so beeindruckt, dass wir fast jedes Jahr wiederkamen. Besonders angetan hatte es uns der Yukon. 1996 saßen wir am Abflugtag in White Rock am Strand und ich habe meiner Frau gesagt, sie müsse ohne mich zurück fliegen. Wir denken, da war es um uns geschehen.

Eigentlich wollten wir von Anfang an mehr in den Norden und raus aus der Zivilisation, aber da Sylke Verwandtschaft in der Gegend von Vancouver hat, erschien es uns leichter dort anzufangen.

360°: Was habt Ihr beruflich in Vancouver gemacht?

Frank: Sylke hat von 1998 bis 2001 erst für Cruise Canada, dann für Fraserway gearbeitet und ich für Motorhome Vacations Canada, also beide vom ersten Tag an in der Wohnmobil- Vermietung.

360°: Im April 2001 ging es in den Yukon, wie kam es dazu?

Frank: Wie schon erwähnt, wir waren dem Yukon schon in vorhergehenden Urlauben verfallen, aber sind trotzdem erst einmal in das dichter besiedelte British Columbia, in die Nähe von Vancouver gezogen. Nach einiger Zeit haben wir festgestellt, dass Vancouver für uns nicht das Richtige war und haben die Fühler in Richtung Yukon ausgestreckt. Wir hatten Glück, mein (Frank) damaliger Arbeitgeber „Motorhome Vacations“ benötigte ein Management Team in Whitehorse, darauf hatten wir uns beworben und den Job auch gleich bekommen. Somit hatten wir einen Job für sechs Monate im Sommer 2001. Danach sind wir nicht wieder zurückgegangen.

360°: Was fasziniert Euch am Yukon?

Frank: Alle Leute denken bei Kanada immer als erstes an die Rocky Mountains in BC und Alberta. Dass der höchste Berg Kanadas, der Mount Logan mit seinen 5.959 Metern, im Yukon ist, können sich die meisten nicht vorstellen. Ebenfalls befindet sich das größte nicht-polare Eisfeld im Yukon. Beides befindet sich im Kluane Nationalpark.

360°: Wie sahen Eure ersten Erfahrungen im Yukon aus? Wie habt ihr Euch beruflich und privat etabliert?

Frank: Wir hatten beide einen Job, Sylke als Station Manager und ich als Customer Service Manager, somit hatten wir schon einmal beide ein Einkommen. Die Wohnung haben wir auf dem Weg gefunden, als wir in den Liard Hot Springs schwimmen waren. Wir fragten Kevin, einen Local (aus Whitehorse), ob er jemanden kennt, der eine Wohnung zu vermieten hat. Die überraschende Antwort lautete: Ja! Er gab uns die Telefonnummer seines Freundes  und siehe da, wir hatten eine Unterkunft. Freunde haben wir schnell gefunden, da eine Freundin von Kevin ein paar Tage nach unserer Ankunft eine „Anti Monarchy Party“ (Prince Charles kam nach Whitehorse und sie war nicht eingeladen, daher die Party) organisiert hatte und wir eingeladen waren. Nicht zuletzt durch den Job haben wir dann eine Menge Leute in Whitehorse kennengelernt, es ist ja eine kleine Stadt.

360°: Wann und wie kam es zu dem Schritt in die Selbstständigkeit?

Frank: 2002 haben wir zu Canadian Motorhome Holidays (CMH) gewechselt, Sylke als Station Manager und ich als Shop Manager, wieder eine Wohnmobil-Vermietung. Irgendwie hat es uns aber nicht ausgefüllt, sodass wir im Sommer 2003 Klondike Sun & Snow Recreation gegründet haben. Es fing mit ATV/Quad-Tagestouren an. Wir waren die Einzigen, die dies angeboten haben und es war ein riesiger Erfolg. Da wir uns 2003 dann auch ein Haus gekauft haben, das für uns beide viel zu groß ist, ist daraus das Mount Lorne Aurora B&B entstanden. So kam eines zum anderen und unsere Touren wurden zu Mehrtagesund Wochentouren. Ich bin seit 2005 nur noch selbstständig, Sylke hat noch bis 2007 zusätzlich für andere Firmen gearbeitet.

360°: Erzählt uns etwas über die Southern Lakes Region, in der Ihr Euch niedergelassen habt. Was ist das Besondere an der Region?

Frank: Wie der Name schon sagt – es gibt ein großes Netz aus vielen Seen. Miteinander verbunden sind Bennet Lake, Nares Lake, Windy Arm, Tagish Lake, Taku Lake, Tutshi Lake, Fantal Lake, Atlin Lake, Little Atlin Lake und der Marsh Lake, aus welchem der berühmte Yukon River entspringt. Da wir gerne angeln, im Sommer wie im Winter, ist dies optimal. Der höchste Berg dieser Gegend mit 2.021 Metern ist gleich hinter unserem Haus, der Mount Lorne. Nicht weit entfernt ist „Die kleinste Wüste der Welt“, Carcross Desert, die für die Bewohner dieser Gegend im Sommer und Winter ein Abenteuerspielplatz ist. Auch ist die Southern Lakes Woodland Cariboo Herde hier zu Hause. Es sind circa 1.600 Tiere, die vor allem im Winter sehr dicht an unser Grundstück heran oder sogar bis vor unsere Haustür kommen. Ansonsten kann es auf dem Weg von der Stadt nach Hause schon einmal vorkommen, dass man einen Bären am Straßenrand entdeckt, der sich am Strompfahl den Rücken kratzt.

360°: Was bietet Ihr Euren Gästen im Sommer an?

Frank: Da wir von Anfang an in der Tourismusbranche tätig waren und wir den Kunden gut zugehört haben, bieten wir an, was gefragt ist, allerdings nicht als Massenabfertigung, sondern in kleinen Gruppen mit ganz persönlicher Betreuung. Im Sommer bieten wir folgende Aktivitäten:

Geführte Tages-ATV/Quad-Touren, geführte Fünf-Tages- ATV/Quad-Touren, Vermietung von Kanus und Ausrüstung (auf Wunsch mit Guide), Vermietung von Angelbooten,  Motorhomes und Truck Camper, Unterkunft im Mount Lorne Aurora Bed & Breakfast, zwei- bis dreiwöchige Abenteuerpakete sowie Fish-and-Drive-Touren. Gerne arbeiten wir aber auch einen individuellen Traumurlaub aus.

360°: … und im Winter?

Frank: Für unsere überwiegend asiatischen Gäste haben wir ein Drei-Nächte-Paket mit Eisangeln, Hundeschlitten-Fahrt, Fahrt mit dem Snowmobil und Schneeschuhwandern. Dies wird immer häufiger auch als Abrundung zu einem Skiulaub in BC oder Alberta von deutschen Gästen angenommen.

Zusätzlich bieten wir eine Woche „Winter Wonderland“ für denjenigen an, der alles einmal ausprobieren möchte. Weiterhin organisieren wir Snowmobil- und Hundeschlitten-Touren auf spezielle Anfrage und in ungeraden Jahren bieten wir eine Tour „Folge dem Yukon Quest“ an. Im Vordergrund stehen bei den Asiaten immer die spektakulären Nordlichter, wohingegen die Europäer sich eher für die Aktivitäten in unserem herrlichen Pulverschnee begeistern lassen.

360°: Euer Bed & Breakfast ist auf der einen Seite gut zu erreichen, da es nur 35 Kilometer von Whitehorse liegt. Auf der anderen Seite liegt es mitten in der unberührten Natur des Yukon. Was schätzen Eure Gäste gerade an Eurem B&B?

Frank: Genau diese Kombination. Zum einen nah an Whitehorse zu sein, um zum Beispiel das McBride Museum und andere historische Plätze zu besuchen, zum anderen die absolute Ruhe inmitten der Natur, den Blick auf den Mount Lorne vom Hot Tub (Jacuzzi) aus oder das gemütliche Wandern auf einsamen Pfaden zu genießen.

360°: Aus welchen Ländern kommen Eure Gäste? Hauptsächlich aus Deutschland?

Frank: Hier müssen wir Sommer und Winter trennen. Im Sommer sind es hauptsächlich deutschsprachige Gäste (in folgender Reihenfolge: Deutschland, Schweiz, Österreich). Es werden aber immer mehr Kanadier und Amerikaner. Im Winter sind es aufgrund der Begeisterung für die Nordlichter überwiegend Asiaten. Hier sind es hauptsächlich Japaner, Chinesen, Koreaner und Taiwanesen, aber auch Australier. Aber auch die deutschen Gäste und andere Europäer entdecken immer häufiger den Reiz des Winters im Yukon.

360°: Eure Website ist dreisprachig aufgebaut. Neben englisch und deutsch haltet Ihr auch Informationen in japanischer Sprache bereit. Wie kam es dazu? Wie hoch ist der Anteil Eurer japanischen Gäste?

Frank: Japanisch kam hinzu, nachdem wir zweimal in Japan Urlaub gemacht haben und einfach das Land und die Kultur sowie die Menschen zu schätzen gelernt haben. Zum anderen ist es einfacher für unsere Wintergäste japanisch zu lesen und zu schreiben. Ab August werden wir übrigens auch Informationen auf französisch auf unserer Website bereit halten.

Wenn wir die nackten Zahlen betrachten, kommen etwa 45 Prozent der Gäste aus Japan. Allerdings muss man berücksichtigen, dass Asiaten im Allgemeinen drei Nächte bleiben und der Europäer eher drei Wochen.

360°: Wenn man auf Eurer Website das Gästebuch öffnet, schlägt einem die Begeisterung Eurer Gäste förmlich entgegen. Wie schafft Ihr es, dass sich Eure Gäste so pudelwohl bei Euch fühlen?

Frank: Das fragen wir uns auch immer wieder!! Da gibt es wahrscheinlich eine Vielzahl von Gründen. Zum einen steht Geld für uns nicht im Vordergrund, das sieht man an unseren Preisen. Wir machen keinen Massentourismus von der Stange, sondern bieten Individualität. Dies ist unsere Stärke mit maximal acht Gästen gleichzeitig. Service und Qualität wird bei uns ganz großgeschrieben. Zum anderen teilen wir wirklich sehr gerne unser neues Zuhause. Unser Ziel ist es einfach, dass jeder Gast uns mit einem Lächeln auf dem Gesicht verlässt, und so wie es aussieht, ist uns dies bis heute gelungen.

360°: Seit einiger Zeit vermietet Ihr auch Wohnmobile. Was hat Euch zu diesem Schritt bewogen?

Frank: Zum einen sind wir auf diesem Weg eingewandert. Mit dem Wohnmobil von New York nach Vancouver, sowie etliche Trips vorher und nachher. Zum anderen haben wir vom ersten Tag an in Kanada für Firmen gearbeitet, die Wohnmobile vermieten. Und jedes Jahr gab es dieselben Beschwerden und Verbesserungsvorschläge. Da haben wir uns gedacht, das können wir eigentlich auch selbst machen. Erfahrungen haben wir über die Jahre genug gesammelt, eigentlich wollten wir sowieso irgendwann mal unabhängig sein und nicht mehr für andere arbeiten, so entstand 2008 Klondike RV.

360°: Was unterscheidet Euch von anderen Firmen, die Wohnmobile vermieten?

Frank: Vom ersten Tag an haben wir Wert gelegt auf sehr guten Service sowie eine überdurchschnittliche Ausstattung. Weiterhin ist es für uns selbstverständlich, dass die Fahrzeuge gut gewartet und mit vielen Extras ausgestattet sind.

Inzwischen sind wir an dem Punkt angelangt, an dem wir sagen können, dass wir die neueste Motorhome-Flotte im Yukon haben. Auch sind alle unsere Motorhomes mit Markise, Generator sowie einer Anhängerkupplung – insbesondere für unsere Angler – ausgestattet. Wir, Klondike RV, sind das einzige Unternehmen im Yukon, das Motorhomes und Angelboote vermietet und das Ziehen erlaubt.

360°: Ihr lebt jetzt seit zehn Jahren im Yukon. Habt Ihr noch Kontakte zu Euren Freunden und zur Familie in Deutschland?

Frank: Ja per Telefon, Internet und gelegentlichen Besuchen. Wir sehen es immer noch so: Wir sind umgezogen, nur halt nicht ein paar Kilometer weiter, sondern in ein anderes Land. Der Kontakt ist noch der gleiche, man sieht sich halt nur nicht mehr so oft. In diesem Jahr freuen wir uns ganz besonders, Sylkes Bruder und seine Familie hier im Yukon zu begrüßen und ihnen unser kleines Paradies zu zeigen.

360°: Noch einmal zurück zum Yukon. Was sind aus Eurer Sicht die Erlebnisse, die ein Urlauber im Yukon nicht verpassen sollte?

Frank: Das  ist eine richtig schwer zu beantwortende Frage. Im Winter ist es die Fahrt mit dem Hundeschlitten, das gehört einfach zum Yukon. Auch den Start des Yukon Quest mitzuerleben ist unvergesslich. Im Sommer gibt es so viele Möglichkeiten, einen traumhaften Urlaub im Yukon zu verbringen. Für uns ist es das Erlebnis, mitten in der Natur zu sein, dabei in das Hinterland vorzudringen und dies in vollen Zügen genießen zu können. Das geht natürlich mit einem Quad besonders gut. Aber auch der Besuch des Tombstone Parks am Dempster Highway ist sehr empfehlenswert. Auch sollte man Dawson City einen Besuch abstatten; auf keinen Fall sollte man es versäumen, dort einen Sourtoe Cocktail zu trinken. Auch eine Kanufahrt auf dem Yukon River oder einem der anderen unzähligen Flüsse zählt zu den Dingen, die man im Yukon erlebt haben sollte. Da Whitehorse zudem „The Gateway to Alaska“ ist, ist eine Rundreise mit dem Wohnmobil sicherlich die Urlaubsart, auf der man am meisten sieht.

360°: Was ist aus Eurer Sicht der schönste Platz im Yukon?

Frank: Da gibt es unglaublich viele. Der Rundum-Blick von der Spitze des Mount McIntyre, den Alligator Lake, den Tombstone Park, den Kluane Nationalpark, um nur mal einige zu nennen. Man muss einfach mal etwas Zeit hier verbringen, dann kann man unsere Gedanken sehr gut nachvollziehen.

360°: Abschließend noch eine persönliche Frage: Würdet Ihr den Schritt, den ihr 1998 gegangen seid, die Auswanderung in den Yukon, vor dem Hintergrund Eurer Erfahrungen wieder wagen?

Frank: Ganz klar, ja und jederzeit. Wir leben mit Freude auf diesem Fleckchen Erde. Die Fläche des Yukon Territoriums ist circa 1,3 mal so groß wie Deutschland, es leben aber nur etwa
34.000 Menschen hier. Das ist es, was uns hier am besten gefällt. Obwohl wir auch hier viel arbeiten müssen, um unser Geld zu verdienen, ist die Lebensqualität aus unserer Sicht eindeutig besser als in Deutschland, vor allem da wir nicht etliche Stunden im Auto verbringen müssen, um zu schönen Ausflugplätzen zu kommen, hier haben wir alles, vor allem die unendliche Natur, direkt vor unserer Haustür. Auch sind wir im Moment sehr froh hier zu sein, da man das Gefühl hat, dass die Wirtschaftskrise ganz weit von uns entfernt ist.

Zum Abschluss dieses Interviews möchten wir allen ehemaligen und aktuellen Kunden und den Urlaubsanbietern im deutschsprachigen Raum für ihr Vertrauen in uns bedanken.

Frank und Sylke Baranski, Klondike RV Rentals & Sales, Whitehorse               © 360° Kanada  02 | 2011  33